Die Grundsteinkisten

Die Grundsteinkiste im "Historischen Bürgerhaus Langenberg"

Ein Ausstellungsprojekt des Kunsthauses Langenberg e. V. unter Mitwirkung von über 400 KünstlerInnen nach einem Konzept von Norbert Bauer. Seit Juli 2016 dauerhaft  ausgestellt im Wandelgang des "Historischen Bürgerhauses" Velbert-Langenberg.

Öffnungszeiten: Grundsteinkiste

Freitags 17 bis 19 Uhr   Eintritt 4 €, ermäßigt 2 €
Samstags 14 bis 17 Uhr   Jahreskarte 30 €
Sonntags 14 bis 17 Uhr   Jahreskarte und Buch 40 €

 

Kuratorenführung jeden 1. Sonntag im Monat 15 Uhr
Preis pro Person 5 €, zuzüglich Eintritt
Sonderführungen (ab 10 Personen, Preis auf Anfrage)
info@kunsthaus-langenberg.de
Tel: 02052 - 96 18 93 (AB)

Das Buch zur Ausstellung

buch_grundsteinkisteEin Leitfaden durch die Ausstellung und ein Rückblick auf 22 Jahre Kunsthaus Langenberg e.V.

154 Seiten im Format 24 x 17 cm zum Preis von 20 €.

Erhältlich in der Ausstellung, Buchhandlung Kape sowie über das Internet (hier klicken)

Um dem 1994 gegründeten Verein „ Kunsthaus Langenberg e.V.“ finanziell auf die Beine zu helfen, entwickelte der Konzeptkünstler des Vereins Norbert Bauer ein Benefizprojekt auf Basis der „Grundsteinkiste“ ein „Triptychon“ aus drei in einer Holzkiste gelagerten Kalksandsteinen und lud Künstlerkollegen/innen dazu ein, diese Kiste für das Kunsthaus zu bearbeiten. Nach einem furiosen Start auf der Art Multiple in Düsseldorf tourte Bauer mehrere Monate durch Hunderte Ateliers und lud Maler, Bildhauer, Fotografen, aber auch Literaten und Komponisten dazu ein, an dem Projekt mitzuwirken.

Das Ergebnis übertraf alle Erwartungen. Bereits ein Jahr nach seiner Gründung war der Verein „steinreich“ und präsentierte, eingeladen vom WDR, auf der Art Cologne eine Kunstsammlung mit über 400 Exponaten so namhafter Künstler wie Emil Schumacher, Günther Uecker, Markus Lüpertz, Georg Baselitz, Ulrich Erben, Rune Mields, Timm Ulrichs u.v.a., eine beeindruckende Wand: 28 Meter breit, 3,50 Meter hoch und 6,5 Tonnen schwer.

Der Sammler Peter Ludwig war tief beeindruckt von der Vielfalt und Qualität der Sammlung und nannte sie „eine Bibliothek zeitgenössischen Kunstschaffens.“

Bazon Brock schrieb: „395 Künstler bemalten, beschrifteten, befassten, befummelten, zerlegten, verpackten oder bearbeiteten die Kiste vom Kunsthaus. Ein gutes Konzept, ein tolles Ergebnis und eine überzeugende Reaktion auf die vielen Lamentos über das Ende der Kulturförderung“.

„Die „Grundsteinkisten“ sind prädestiniert für eine museale Ausstellung, sie wollen gesehen, benutzt, hinterfragt und diskutiert werden. Sie sind sowohl ästhetisch reizvoll als auch provozierend, humorvoll, manchmal auch anstößig. Sie sind gute Kunst ohne Frage“, so der Kurator Dr. Stefan Geppert im Vorwort zum Ausstellungskatalog der „Grundsteinkiste“ im Landesmuseum Bonn.

Angesichts der Originalität der Sammlung entschied der Kunstverein, die Grundsteinkisten nicht wie ursprünglich geplant einzeln zu versteigern, sondern sie als Gesamtkunstwerk zusammenzuhalten. Eine Entscheidung, die nicht leicht fiel auf Grund der Tatsache, dass für einzelne Exponate ansehnliche fünfstellige Summen geboten wurden.

In den folgenden Jahren wurde die Sammlung auf zahlreichen internationalen Ausstellungen wie der Buchmesse in Frankfurt, der Art Frankfurt, beim Goetheinstitut in Rotterdam, im Landesmuseum Bonn und bei der Kulturhauptstadt RUHR 2010 präsentiert.

Die Finanzierung der Kunsthausprojekte wurde unter anderem durch den Verkauf des Ausstellungskataloges in Form des „Grundsteinkisten Multiples“ erzielt. Dabei handelt es sich um die maßstabsgetreue drucktechnische Umsetzung aller Arbeiten, präsentiert in einer dem Original entsprechenden Holzkiste und aufgelegt in einer Stückzahl von 2000 Exemplaren. Der Verkaufspreis beträgt je Multiple 480, Euro.

Über den Verkauf dieser Multiples wurden so erfolgreiche Ausstellungen wie Tuchfühlung 1 und 2 im Wesentlichen finanziert, Projekte, die an die hunderttausend Besucher in die Region lockten und den Status der Senderstadt als Ort der Kunst und Kultur prägten.

Trotz der großen Ausstellungserfolge und der bundesweiten Medienpräsenz war es, nicht zuletzt aufgrund des großen Raumbedarfs, sehr schwierig, einen dauerhaften Standort für die Sammlung zu finden.

Umso glücklicher schätzt sich der Verein nun, 22 Jahre nach seiner „Grundsteinlegung“, im Wandelgang des Historischen Bürgerhauses, im Zentrum von Velbert-Langenberg einen exponierten, vor allem aber dauerhaften Standort für die Sammlung gefunden zu haben. Die Sammlung wird im Historischen Bürgerhaus, einem Denkmal (groß)bürgerlichen Engagements im Herzen der historischen Altstadt, einen zeitgemäßen Kontrapunkt setzen.

Die Ausstellung ist seit Juli 2016 für die Öffentlichkeit zugänglich.

Ausblicke: Klangbausteine

Unter dem Titel: Klang-Bausteine – „Bilder einer Ausstellung“ nimmt das geplante Konzept Bezug auf den russischen Komponisten Modest Petrowitsch Mussorgsky, der 1874 in seinem Klavierzyklus „Bilder einer Ausstellung“ Werke seines Malerfreundes Viktor Hartmann musikalisch interpretierte.

Analog zu dieser Idee beabsichtigt das Kunsthaus Langenberg, unterstützt durch ein international vernetztes Kuratorenteam, weltweit Komponisten und Musiker zu einem interdisziplinären Dialog, zu einer Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern einzuladen. Basis hierfür ist die „Grundsteinkistensammlung“. Auf einer noch zu entwickelnden Internetplattform haben die Musiker Gelegenheit, sich die komplette „Grundsteinkistensammlung“ anzuschauen, und wählen dann aus dem Fundus der 395 Exponate eine Arbeit aus, die sie „vertonen“ wollen. Die Auseinandersetzung mit dieser Grundsteinkiste führt so zu einer musikalischen Interpretation/ Komposition/Improvisation. Diese Kompositionen, Klanginstallationen usw. können sowohl von den Musikern selbst als auch von einem vom Kunsthaus engagierten Ensemble instrumental eingespielt oder auch rein elektronisch realisiert werden. Wegen der zu erwartenden Vielzahl der eingereichten Musikbeiträge sollten die einzelnen Beiträge den Zeitrahmen von 99 Sekunden – 3x33 Sekunden, eine musikalische Anlehnung an die Triptychonform der „Grundsteinkiste“ nicht überschreiten. Die Anzahl der Kompositionen wird auf fünf pro Kunstwerk begrenzt.

Das Projekt sollte stilistisch so breit wie möglich aufgestellt sein und sowohl regionalen als auch länderspezifischen Ausdrucksformen Rechnung tragen.

Um den direkten Dialog zwischen bildenden Künstlern und Musikern anzuregen, werden die Exponate, soweit vorhanden und autorisiert, mit der Internetadresse des jeweiligen Künstlers versehen. Die interaktiv aufgebaute Internetplattform wird es den Musikern erlauben, ihre Beiträge unmittelbar den von ihnen ausgewählten Kisten zuzuordnen. Natürlich können Beiträge auch von mehreren Komponisten gemeinsam entwickelt werden. Das ganze Potenzial und die Palette der Möglichkeiten, die die KlangBausteine eröffnen, werden sich sicherlich erst im Laufe des Projektes zeigen.

Schon zum jetzigen Zeitpunkt haben viele Komponisten, Musiker, aber auch Dozenten und Professoren von Musikhochschulen, u.a. in Rio de Janeiro, Melbourne, Oslo, Florenz, Darmstadt und an der FolkwangUniversität großes Interesse an einer Projektteilnahme bekundet, was den KlangBausteinen zusätzlich eine beabsichtigte pädagogische Dimension verleihen wird.

Internetbesucher haben die Möglichkeit, sich zunächst visuell mit einem Kunstwerk auseinanderzusetzen. Anschließend können sie die zugehörige musikalische Interpretation zuschalten und sie (falls es mehrere gibt) mit anderen, stilistisch vielleicht ganz anders gearteten vergleichen. Zuletzt wird ihnen die Möglichkeit eröffnet, sich in einem Forum mit anderen Besuchern, aber auch mit Künstlern und Musikern darüber auszutauschen.

Besucher der Ausstellung in Langenberg können sowohl die imposante Originalsammlung als Gesamtkomplex auf sich wirken lassen als auch die einzelnen Exponate spielerisch begreifen. Eine spezielle, noch zu entwickelnde App wird es den Besuchern ermöglichen, die Kunstwerke ihrer Wahl anzuklicken und mit Handy oder Audioguide mit der dazu gehörigen Musik in Einklang zu bringen. Durch die Gleichzeitigkeit visueller und akustischer Eindrücke erschließen sich dem BetrachterZuhörer neue Wahrnehmungsebenen und eröffnen ihm eine mehrdimensionale künstlerische Erlebniswelt. Speziell für Kinder eine sowohl neue wie nachhaltige Kunsterfahrung.

Abhängig vom Stand der Finanzierung plant das Kunsthaus, das Projekt Anfang 2016 zu starten und bis Herbst/ Winter 2016 fertigzustellen.

Wie bei allen bisherigen Projekten wird das Kunsthaus die organisatorischen, strukturellen, finanziellen und technischen Voraussetzungen für das Gelingen des Projektes schaffen, sieht sich aber, wie seinerzeit auch bei den Künstlern/innen außerstande, die Vielzahl der Komponisten/innen und Musikern/innen für ihre Arbeit zu honorieren. Im Gegenzug wird sich das Kunsthausteam, wie es das schon bei der GrundsteinkistenAktion bewiesen hat, mit aller Kraft und Kreativität dafür einsetzen, die Klang Bausteine als ein international wahrnehmbares Kunst und Klangerlebnis, als ein Forum für den interdisziplinären künstlerischen Dialog zu etablieren.

Da das Kunsthaus mit dem Projekt keinerlei kommerzielle Interessen verfolgt und die Kosten für Tantiemen nicht kalkulierbar wären, werden die Künstler gebeten, ihre Beiträge Gemafrei zu stellen.

Die Ausstellungsräume sind barrierefrei zugänglich. Um auch Gehörlosen und Blinden einen Eindruck von den KlangBausteinen zu ermöglichen, werden Sonderpädagogen und Akustiker in die Planung mit einbezogen.

Die Grundsteinkisten in alphabetischer Reihenfolge