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Das Ruhr-Atoll - Ein Projekt der Kulturhaupstadt Europas 2010

24 ICH KANN,WEIL ICH WILL,WAS ICH MUSS ANDREAS M. KAUFMANN / HANS U. RECK Die ortsbezogene U-Bootskulptur „ICH KANN,WEIL ICH WILL,WAS ICH MUSS“ ist aus einer Kooperation zwischen dem Bildwissen- schaftler/Kunsthistoriker Prof.Dr.Hans Ulrich Reck und dem Künstler Andreas M.Kaufmann hervorgegangen.Die Skulptur,die sich in ihrer Form an der amerikanischen ‚OHIO‘ bzw. ‚Lafayette‘-Klasse aus der Zeit des Kalten Krieges orientiert,thematisiert das U-Boot sowohl als Waffe in Kriegen um Energie und andere zivilisatorisch bedeutende Ressourcen, wie auch als Metapher für künstlerische Subversivität. Sichtbar ist nur der Aussichtsturm eines U-Boots, aus dessen Au- ßenwänden der Schriftzug „Ich kann, weil ich will, was ich muß.“ herausgeschnitten ist. Die so entstehenden ‚Fenster‘ wurden durch Diapositivbilder verschlossen,wie es uns in seinerWirkungsweise aus gotischen Kirchen vertraut ist. Die Collage selbst, eine sammlungs- und archivgestützte Auswahl aus dem Zeitgeschehen der letzten Jahrzehnte, nimmt das Doppel-Thema auf der bildlichen Ebene auf und verwebt es zu einem teils leuchtenden, teils in der Dunkelheit des Innenraums verschwindenden Bilderteppich. Den ‚Fensteröffnungen‘ in Buchstabenform kommt dabei die Funk- tion von Monitoren zu, die bestimmte Bildereignisse besonders hervorheben, während andere visuelle Dokumente der Sichtbarkeit praktisch entzogen bleiben. So mutiert die U-Boot-Skulptur zum Raumbild,welches man modellhaft als eine ohnehin nur fragmenta- risch zu denkende Kathedrale für das Bildgedächtnis der Menschheit sehen kann.Darüber hinaus erinnert dasWerk durch seineVerortung an eben jener Stelle an das Ruhrgebiet als einen geschichtlichen und gegenwärtigen Ort, an dem die Konflikte um Energie-Ressourcen historisch bedeutsam sind und bleiben.Der Baldeneysee spielt sich, einer Doppelbelichtung gleich, in die sichtbaren Teile der Bilder- Collage ein. Dabei sorgt das Sonnenlicht, welches tagsüber die Bildwelten im Inneren sichtbar macht, als gespeicherte Energie bei Nacht für Sichtbarkeit nach außen. Die Motivauswahl nutzt kollektive Gedächtnisarchive.Dabei handelt es sich um Pressebilder der letzten 20 Jahren wie auch auf solche,die sich auf dieWirklichkeit desVisionären,Traumhaften und Obskuren beziehen (z.B. Film-Stills aus surrealistischen Filmen, alchimistische Darstellungen, Simulationen aus der Forschung, die unsereVorstel- lungen des Weltalls betreffen, wie auch herausragende Zeugnisse aus der Kunstgeschichte − alles Energien, die unser kollektives Bewusstsein weit mehr prägen, als wir es uns eingestehen. Das Boot misst in seiner Länge 18 m, in der Höhe 6,50 m und ent- stand aus 6 mm dickem Stahlblech auf der Meidericher Schiffswerft in Duisburg.

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