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Das Ruhr-Atoll - Ein Projekt der Kulturhaupstadt Europas 2010

26 Ilya Kabakov, derzeit der bekannteste und weltweit höchst gehan- delte lebende russische Künstler, entwickelte für das Ruhr-Atoll das „Projekt zur Erhaltung der natürlichen Ressourcen“. Sein Beitrag äußert sich als ein hintersinniges und liebenswürdiges Ensemble zur wissenschaftlichen Wasseruntersuchung und Aufbereitung. Hierbei wird der menschliche Eingriff in die Natur und die wis- senschaftliche Methode ganz der zeitgemäßen Forderung einer ökologischen Nachhaltigkeit angepasst – wenn auch auf eine dem Temperament des Künstlers entsprechende Weise, nämlich augen- zwinkernd und ironisch. Kabakov, der Altmeister der russischen Konzeptkunst, versetzt ein fiktives „ausgestanztes Stück sibirischer Wirklichkeit“ mit allen Brüchen und (Pipeline-)Lecks auf den Balde- neysee, um dort die Besucher und Touristen zum Nachdenken über die Dreierbeziehung Mensch-Technik-Natur zu provozieren. Ilya und Emilia Kabakovs Projekt bildet damit einen optischen und inhaltlichen Kontrapunkt im Gesamtprojekt Ruhr-Atoll, der den wissenschaftlich und formal ausgeklügelten anderen Kunst-Inseln gegenübergestellt ist. ILYA UND EMILIA KABAKOV Projekt zur Erhaltung der natürlichen Ressourcen Kabakov,der als seine eigentliche Heimat auch heute noch die UdSSR mit all ihren Schwächen angibt, hat in fast allen seinenArbeiten die Diskrepanz von wissenschaftlicher oder ideologischer Perfektion und der häufig improvisierten, aber menschlichen Realität dargelegt. Seit seiner Dissidentenzeit in Moskau ist Ilya Kabakovs Konzeptkunst von großem und vielfältigem Einfluss.Zunächst waren es Reflexionen über die russische Mentalität, gesellschaftliche Bedingungen und alltägliche Probleme in der UdSSR. Später beschäftigte er sich mit utopischen Bauentwürfen und Gesellschaftsutopien grundsätzlich. Die Arbeiten der Kabakovs werden in der ganzen westlichen Welt sowie in Russland in Galerien und Museen gezeigt. Zu den Instal- lationen verfasst Ilya Kabakov häufig umfangreiche, eigenständige Textbände. Als ein zusammenfassendes und prägnantes Beispiel seiner Werke ist in Essen der „Palast der Projekte“ (Palace of projects) in der ehe- maligen Salzlagerhalle der Kokerei Zollverein als Dauerausstellung zu besichtigen.

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