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Das Ruhr-Atoll - Ein Projekt der Kulturhaupstadt Europas 2010

28 Norbert Francis Attard, ein international arbeitender Architekt und Künstler mitWohnsitz auf Malta und in Berlin, Biennale-Teilnehmer vonVenedig undAlexandria,entwarf für eine temporäre Kunstaktion im Rahmen des Projekts Ruhr-Atoll eine vielschichtige Metapher auf die Vergänglichkeit, die Zyklen von Wachsen und Verfall. „MARKING TIME“ ist ein durchaus die Kontroverse suchender Bei- trag zum brandaktuellenThema des menschlichen Umgangs mit den natürlichen Ressourcen unserer Erde:Ein schwimmenderTeppich aus Äpfeln wird vor unserenAugen im Laufe von Monaten zur Nahrung der Wasserfauna, der Vögel und Fische. Was nicht gefressen wird, geht am Ende der Projektzeit als Rohstoff in eine Biogas-Anlage. Attard integriert bei seiner Arbeit christliche bzw. alt-testamenta- rische Bezüge und setzt diese in Dialog mit anderen universellen Symbolen. Die Verwendung von Äpfeln, die auf dem Wasser eines Sees schwimmen, bezieht sich auf Bilder sowohl der (Ur-)Erbsünde und der Taufe/Erlösung. Dabei zitiert er die Verantwortung als „Hü- terin der Erde“, die der Menschheit nach dem Essen vom Baum der NORBERT FRANCIS ATTARD MARKING TIME - eine Kunstaktion Erkenntnis zugefallen ist.Der „Teppich aus schwimmenden Äpfeln“ ist insofern eine Metapher auf das fragile Ökosystem der Erde. Das Werk markiert die Zeit, indem es vor unseren Augen einen Pro- zess desVerfallens und des Sich-Auflösens des pflanzlichen Materials von der Frucht zur Biomasse verdeutlicht. Darüber hinaus assoziiert der englischeTitel „MARKINGTIME“ den Zustand des Gezeichnet-Seins („marked“) − im Sinne von „gezeich- net“ durch Krankheit, Erschöpfung, Siechtum oder vom baldigen Tode. In dieser zweiten Bedeutung lenkt Assard den Augenmerk darauf,dass die Menschheit derWelt „ihren Stempel aufdrückt“ (d.h. sie markiert!) − in früheren Zeiten unbewusst,jedoch inzwischen im vollenWissen darum,welchen zerstörerischen und letztlich tödlichen Effekt dies auf unsere Zukunft und unser Überleben haben wird. Wir haben kollektiv die letztendliche Erbsünde begangen,indem wir der uns auferlegten Hüterrolle über die Erde nicht gerecht gewor- den sind. Insofern sind wir selbst − durch unser eigenes Tun − zu „Gezeichneten“ geworden.

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